Niger

Fläche: 1 267 000 qkm, zwei Drittel davon sind Wüste bzw. Halbwüste
Einwohner: 10,6 Millionen
Eines der ärmsten Länder der Welt
Mit 46 Jahren niedrigste durchschnittliche Lebenserwartung weltweit


(Karte und nachfolgende Informationen Auszüge aus: Microsoft® Encarta®©.Alle Rechte vorbehalten)

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Einleitung|Bevölkerung|Physische Geographie|Klima|Flora und Fauna|Wichtige Städte|Sprache und Religion|Soziales|Verwaltung und Politik|Wirtschaft|Währung und Bankwesen
 
Einleitung
Niger, Republik (französisch République du Niger), vollständig vom Festland umschlossene Republik im Westen Afrikas. Sie grenzt im Norden an Algerien und Libyen, im Osten an den Tschad, im Süden an Nigeria und Benin und im Westen an Burkina Faso und Mali. Die ehemalige französische Kolonie Niger erlangte am 3. August 1960 volle Unabhängigkeit. Die Landesfläche beträgt 1 267 000 Quadratkilometer, Hauptstadt des Landes ist Niamey.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Nigers gehört sechs größeren ethnischen Gruppen an. Die größte Gruppe bilden die Haussa (54 Prozent), die im Süden des Landes leben und landwirtschaftliche Selbstversorger sind. Songhai und Dyerma machen zusammen 23 Prozent der Bevölkerung aus, Fulbe 10 Prozent, Beriberi-Manga 9 Prozent und Tuareg 3 Prozent. Fulbe und Tuareg leben von der Viehhaltung bzw. als Nomaden oder Halbnomaden.
Die Bevölkerung Nigers beläuft sich auf etwa 10,6 Millionen Einwohner (2002). Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 8,4 Einwohnern pro Quadratkilometer; allerdings leben ungefähr 90 Prozent der Bevölkerung in der Nähe der südlichen Landesgrenze. 21 Prozent der Bevölkerung wohnen in Städten.
Physiche Geographie
Niger lässt sich landschaftlich in drei Zonen – den Norden, das Zentrum und den Süden – unterteilen. Der nördliche Landesteil nimmt mehr als die Hälfte der Gesamtfläche der Republik ein und liegt in der Sahara. Es handelt sich um eine Region aus Hochplateaus und Bergen mit nur spärlicher Vegetation, außer in vereinzelten Oasen. In diesem Gebiet liegt das Massiv des Baguezane, mit 2 022 Metern Höhe die höchste Erhebung des Landes. Das Zentrum des Landes, unter der Bezeichnung Sahel bekannt, ist semiarid und spärlich mit Gehölzen bestanden. Im Süden erstreckt sich ein fruchtbares, bewaldetes Gebiet, das von den hier ausreichenden Niederschlägen und dem regelmäßig über die Ufer tretenden Niger– dem einzigen nennenswerten Fluss des Landes – profitiert. Im Südosten grenzt das Land an einen der größten Seen des Kontinents, den Tschadsee, der nur eine geringe Tiefe aufweist.
Klima
Das Klima ist heiß und in den meisten Gegenden trocken. Regen fällt im Norden in kaum nennenswerten Mengen und erreicht im Süden, wo die Regenzeit von Juni bis Oktober dauert, bis zu 813 Millimeter pro Jahr. Die Lufttemperatur beträgt in Niamey im Jahresdurchschnitt 29,4 °C.
Flora und Fauna
Die Wüste im Norden Nigers weist kaum Vegetation auf. Im Süden des Landes erstrecken sich ausgedehnte Trockensavannen mit Grasbewuchs, in den Tiefebenen wachsen beispielsweise Affenbrotbäume, Tamarinden, Kapokbäume und eine Mahagoniart. Zur Tierwelt gehören Büffel, Antilopen, Giraffen und Löwen. Ungefähr 7,7 Prozent (1997) der Landesfläche stehen unter Naturschutz, darunter der W-Niger-Nationalpark und der Naturpark Aïr und Ténéré, die beide zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören.
Wichtige Städte
Niger ist in acht Departements gegliedert, die ihrerseits in Bezirke und Kommunen unterteilt sind. Niamey, größte Stadt, wichtigster Hafen und Hauptstadt des Landes, hat etwa 587 000 Einwohner. Zinder (120 900), Maradi (113 000) und Tahoua (51 600) sind weitere größere Städte.
Sprache und Religion
Amtssprache ist Französisch, das jedoch nur von einer Minderheit der Bevölkerung aktiv gesprochen wird. Die meisten Nigrer verwenden Haussa, das als Verkehrssprache zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen eingesetzt wird. Neben Französisch sind Arabisch, Boudouma, Dyerma, Fulfulde, Gourmantchema, Haussa, Kanouri, Tamachek, Tasawak und Toubou als offizielle Sprachen anerkannt. Viele Nigrer beherrschen mehrere Sprachen.
Etwa 80 Prozent der nigerianischen Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Die übrige Bevölkerung gehört traditionellen Religionen an. Daneben existiert eine kleine christliche Minderheit.
Soziales
Niger bemüht sich in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation, im Land weit verbreitete Krankheiten wie Frambösie und die Wurmkrankheit Helminthiasis unter Kontrolle zu bringen. Die Regierung unternimmt intensive gesetzgebende Maßnahmen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, unterhält Hospitäler und andere medizinische Einrichtungen wie kostenlose Beratungs- und Medikamentenausgabestellen. Soziale Dienste wie die Pflege der Alten, Behinderten und Waisen bleiben dem sozialen Netz der komplexen, traditionellen Familien- und Stammesstrukturen überlassen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 41,9 Jahre. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 122 Sterbefällen pro Tausend Lebendgeburten. Das mittlere Bevölkerungswachstum beträgt 2,70 Prozent pro Jahr (2002).
Verwaltung und Politik
Niger ist seit 1960 eine Präsidialrepublik. Sie wird nach der Verfassung vom Juli 1999 regiert. Der Staat gliedert sich in acht Departements. Die vergangenen Jahrzehnte waren geprägt vom Wechsel zwischen Herrschaft des Militärs und zivilen Regierungen.
Staatsoberhaupt ist der vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählte Präsident, der einmal wieder gewählt werden darf.
Wirtschaft
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Nigers lebt von Subsistenzlandwirtschaft bzw. nomadischer Herdenhaltung. Trotz der Trockenheit des Landes wird der Großteil der Einkommen durch Landwirtschaft erzielt. Diese hat sich im Großen und Ganzen auch von den Folgen der verheerenden Dürre in der Sahelzone in den siebziger Jahren erholt, obwohl es in den achtziger Jahren zu einer erneuten, wenn auch weniger schlimmen Dürre kam. Überweidung und falsche Bewirtschaftung des Ackerlandes schaffen jedoch neue Probleme und verringern die Ertragsfähigkeit der Nutzflächen. Verbrauchsgüter produzierende Betriebe sind meist sehr klein. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1 826 Millionen US-Dollar (1997; Dienstleistungen 43,6 Prozent, Industrie 17,6 Prozent, Landwirtschaft 38,8 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 170 US-Dollar. Damit gehört Niger zu den ärmsten Ländern der Erde.
Währung und Bankwesen
Niger ist ein Mitglied der Franc-Zone; die Landeswährung ist der CFA-Franc. Er wird ausgegeben von der „Zentralbank der Staaten Westafrikas” (der Zentralbank der Franc-Zone) mit Sitz in Dakar (Senegal). Im Januar 1994 wurde der Wechselkurs des CFA-Franc gegenüber der Festwährung des Französischen Franc um 50 Prozent abgewertet. In Niger sind zudem mehrere Geschäftsbanken sowie Banken zur Förderung von Entwicklungsprojekten tätig.
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