Ghana

Fläche: 238 500 qkm
Einwohner: ca. 20,2 Millionen
Volta-Staudamm einer der größten Stauseen der Welt
Durch Raubbau der Holzwirtschaft ist das Holzvorkommen praktisch erschöpft

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Ghana
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(Karte und nachfolgende Informationen Auszüge aus: Microsoft® Encarta®©.Alle Rechte vorbehalten)

 
Einleitung|Bevölkerung|Physische Geographie|Klima|Flora und Fauna|Wichtige Städte|Sprache und Religion|Verwaltung und Politik|Wirtschaft|Währung und Bankwesen
 
Einleitung
Ghana, Republik in Westafrika. Das Staatsgebiet grenzt im Norden und Nordwesten an Burkina Faso, im Osten an Togo, im Süden an den Golf von Guinea und im Westen an die Elfenbeinküste. Die ehemalige britische Kolonie (Goldküste) war das erste von einer Mehrheit von Afrikanern regierte afrikanische Land südlich der Sahara, das in die Unabhängigkeit entlassen wurde (1957). Das Land wurde nach dem ehemaligen, weiter im Landesinneren angesiedelten Königreich von Ghana benannt, aus dem die Vorfahren der heutigen Landesbewohner eingewandert sind. Die Gesamtfläche Ghanas beträgt 238 500 Quadratkilometer. Die Hauptstadt des Landes ist Accra.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Ghanas setzt sich aus über 50 ethnischen Gruppen zusammen, die vorwiegend Landwirtschaft betreiben und auf Gehöften oder in kleinen Dörfern leben.
Ghana hat etwa 20,2 Millionen Einwohner (2002), woraus sich eine Bevölkerungsdichte von 85 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt. Die am dichtesten besiedelten Teile des Landes sind die Küstengebiete, das Ashanti-Hochland im südlich-zentralen Teil und die beiden großen Städte Accra und Kumasi. 70 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in der südlichen Hälfte des Landes. Die zahlenmäßig stärksten ethnischen Gruppen Ghanas gehören zur Gruppe der Akan. Hierzu gehören die an der Küste lebenden Fanti und die in Mittelghana angesiedelten Ashanti. Die Nzima und Ahanta leben im Südwesten. In der Ebene um die Stadt Accra wohnen die Ga. Die meisten Bewohner der nördlichen Landesteile gehören zur Mosi-Dagomba-Gruppe der Volta-Völker und zur Gonja-Gruppe.
Physiche Geographie
Ghana ist mit Ausnahme einer Hügelkette an der Ostgrenze ein flaches Land. An die Sandküste schließt sich die Küstenebene an, die von mehreren, im Allgemeinen nur von Kanus befahrbaren Flüssen durchzogen wird. Im Westen besteht das Gelände aus stark bewaldeten Hügeln und ist durch viele Flüsse gegliedert. Im Norden liegt eine sanft gewellte Savannenlandschaft, die vom Schwarzen und Weißen Volta entwässert wird. Beide Flüsse vereinigen sich zum Volta, der Richtung Süden durch einen Engpass zwischen beiden Hochlandzonen zum Meer fließt. Der Voltastausee im Osten ist einer der größten künstlich angelegten Seen der Welt. Die höchste Erhebung des Landes (884 Meter über dem Meeresspiegel) liegt im östlichen Hügelland.
Klima
Ghana hat tropisches Klima, aber die Temperaturen variieren mit der Entfernung von der Küste und der Höhenlage. Außer in den nördlichen Landesteilen gibt es zwei Regenzeiten (April bis Juni und September bis November). Die jährlichen Niederschläge erreichen im Norden 1 015 Millimeter und im Süden 2 030 Millimeter. Der Harmattan, ein trockener Wüstenwind, bläst von Dezember bis März aus Nordosten; er mindert die hohe Luftfeuchtigkeit und bringt heiße Tage und kalte Nächte im Norden. Im Süden ist der Einfluss des Harmattans im Januar spürbar. In den meisten Gegenden werden die höchsten Temperaturen im März, die niedrigsten Temperaturen im August gemessen. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 26,1 °C.
Flora und Fauna
Etwa 4,8 Prozent (1997) der gesamten Landesfläche von Ghana sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Große Teile der Wälder Ghanas wurden durch Rodungen für landwirtschaftliche Zwecke zerstört, so dass heute nur noch etwa 27,8 Prozent (2000) Prozent des gesamten Landes bewaldet ist. In der tropischen Regenwaldzone im Süden gibt es noch immer große Bestände an Kapokbäumen, Khayas (Afrikanischer Mahagoni) und Bossebäumen. Der Norden des Landes wird von Grasland mit vereinzelten Bäumen bedeckt. Auch die Anzahl der in Ghana lebenden Tiere hat insbesondere im Süden stark abgenommen, aber es blieb eine Vielzahl von Arten erhalten, darunter Leoparden, Hyänen, Büffel, Elefanten, Waldschweine, Antilopen, Halbaffen und Affen; an Reptilien findet man Kobras, Pythons, Puffottern und Nashornvipern.
Wichtige Städte
Größte Stadt und bedeutendes Handelszentrum ist Accra, die Hauptstadt Ghanas mit 1,69 Millionen Einwohnern (1995). Kumasi (399 300 Einwohner) ist die Hauptstadt der Region Ashanti. Der künstlich angelegte Hafen von Sekondi-Takoradi (116 500 Einwohner) ist der erste moderne Hafen des Landes. Weitere wichtige Städte sind Tamale (151 100 Einwohner), Tema (180 600 Einwohner) und Cape Coast (57 224 Einwohner).
Sprache und Religion
Englisch ist Amtssprache und Unterrichtssprache. 1962 wählte die Regierung jedoch neun Nationalsprachen aus, die seither neben Englisch und Französisch im Schulwesen eingesetzt werden: Akuapem-Twi, Asante-Twi, Dagomba, Dangbe, Ewe, Fanti, Ga, Kasem und Nizima. Obwohl es Bestrebungen gibt, einzelnen regionalen Sprachen einen offiziellen Status zu verleihen, haben es die Regierungen immer vermieden, eine dieser Sprachen als offizielle Amtssprache einzuführen. Für die Kommunikation zwischen Angehörigen der verschiedenen ethnischen Gruppen wird in der Regel Englisch verwendet. Ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung sprechen Twi, eine Akan-Sprache mit zahlreichen Dialekten. Die meisten Ghanaer beherrschen mindestens zwei Sprachen.
Ein Fünftel der Bevölkerung sind Anhänger traditioneller Religionen. 63 Prozent sind Christen (Katholiken, Anglikaner, Methodisten und Presbyterianer); sie leben vorwiegend in der Küstenregion. Die Muslime (16 Prozent) sind mehr in den nördlichen Landesteilen angesiedelt.
Verwaltung und Politik
Seit 1979 ist Ghana eine Präsidialrepublik. Mit In-Kraft-Treten der 1992 in einem Volksentscheid gebilligten Verfassung wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt. Staatsoberhaupt ist der für eine Amtszeit von vier Jahren vom Volk gewählte Präsident. Die Amtszeit der 200 Abgeordneten des Parlaments beträgt ebenfalls vier Jahre. Der Premierminister, der Parlamentsabgeordneter sein muss, wird vom Präsidenten ernannt. Bedeutendste politische Parteien sind die New Patriotic Party (NPP) und der National Democratic Congress (NDC).
Ghana ist in zehn Regionen gegliedert: Northern, Eastern, Western, Central, Upper East, Upper West, Volta, Ashanti, Brong-Ahafo und Greater Accra. Diese Regionen sind in 110 Verwaltungseinheiten (Distrikte) unterteilt.
Wirtschaft
Die Wirtschaft Ghanas stützt sich auf wenige Produkte aus Landwirtschaft und Bergbau. 62 Prozent der Erwerbstätigen Ghanas sind in der Landwirtschaft beschäftigt. In der verarbeitenden Industrie arbeiten 10 Prozent und im Dienstleistungsgewerbe 28 Prozent. Staatliche Misswirtschaft und andere Probleme führten das Land Anfang der achtziger Jahre an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Drastische Wirtschaftsreformen führten zu einem anhaltenden Wirtschaftswachstum. Trotzdem gehört Ghana zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 5 190 Millionen US-Dollar (2000; Dienstleistungen 39,3 Prozent, Industrie 25,4 Prozent, Landwirtschaft 35,3 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 270 US-Dollar.
Währung und Bankwesen
Die Bank of Ghana (gegründet 1957) ist die Zentralbank und zugleich die Notenbank des Landes. Währungseinheit ist seit 1967 der Cedi, bestehend aus 100 Pesewas. Nach mehreren Geldentwertungen zwischen 1981 und 1983 wurde der neue Cedi eingeführt. Es gibt drei Handelsbanken. Die National Investment Bank (gegründet 1963) gewährt Privatunternehmen und öffentlichen Körperschaften Entwicklungsdarlehen.
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