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Bei einem
Abenteuerurlaub spielt eine gute und vollständige Ausrüstung
natürlich eine nicht unwichtig Rolle. Nicht immer ist aber das
teuerste auch das beste. Auf unseren bisherigen Afrikareisen konnten
wir natürlich zahlreiche Erfahrungen in Bezug auf die Anforderungen
einer afrika-tauglichen Ausrüstung gewinnen - nachfolgend ein paar
Infos zu diesem Thema.
Motorrad
Grundsätzlich empfehlen wir nicht unbedingt das neueste und beste
Moped zu kaufen, das muss eigentlich nicht unbedingt sein, zumal die
Maschine auf einer Saharatour doch sehr stark hergenommen wird und dadurch
der Wertverlust hoch ist. Wenn man das Motorrad auch auf "normalen"
Touren nutzen möchte, bietet sich an, eine ältere Reise-Enduro
kaufen. Diese Maschinen bieten einen guten Kompromiss zwischen Geländegängigkeit,
Komfort, Reichweite und Transportmöglichkeit. Wenn das Motorad
nicht zu viel Kilometer hat, kann es ruhig auch 10 Jahre alt sein. Die
neueren Modelle haben teilweise schon Kat oder Einspritzung und sind
deshalb ungeeignet. Gute "Mopeds" sind aus unserer Sicht die
Suzuki DR 650 (leider der Serientank etwas gering bemessen), die ältere
Yamaha Tenere, natürlich auch die "normale" Yamaha XT
600, die Honda XR 600 (für Straße weniger geeignet, gibt
dafür übrigens auch einen 23-Liter-Tank zu kaufen), die Honda
AfricaTwin (ist aber relativ teuer). Eine KTM 650 wäre natürlich
auch nicht schlecht, die älteren Modelle sind aber nicht so zuverlässig,
die neueren relativ teuer. Eine BMW R100 GS / R 80 GS ist zwar ein wenig
schwer für ein "Wüstenmotorrad", aber dafür
sehr zuverlässig und praktisch.
Für
ca. 3.000 EUR bekommt man auf jeden Fall bereits ein odentliches Afrika-Motorrad.
Werkzeug / Ersatzteile
Als erstes benötigt man unbedingt die richtigen Reifen, das ist
die halbe Miete, da sollten keine Kompromisse eingegangen werden. Die
Michelin Desert sind hier einfach unschlagbar, für Vorder- und
Hinterreifen sind wahrscheinlich gute 150 EUR auszugeben. Zusätzlich
empfehlen wir den Einbau spezieller Enduro-Schläuche (sind dicker
als die normalen, kosten so um die 15 EUR). Einen Ersatzreifen braucht
man eigentlich nicht, das Profil der Desert ist so hart, dass sie 10.000
Kilometer durchhalten. Mit zu nehmen ist je ein Ersatzschlauch für
vorne und hinten, und natürlich Flickzeug.
Abhängig von der Routenplanung ist bei einer Afrikareise die Benzin-Reichweite
sehr wichtig. Je größer der Tank, desto besser. Im Gebrauchthandel
gibt es je nach Modell günstige größere Tanks zu kaufen
als in der Serie verbaut werden. Die Yamaha Tenere von Georg hat ein
Tankvolumen von 23 Liter, die BMW von Thomas 35 Liter. Wir haben auf
unseren Reisen immer zusätzliche Benzinkanister mitgenommen (2x10
Liter, 1x5 Liter, die billigen aus Kunstoff sind optimal). Die muss
man ja nicht immer auffüllen, aber bei den größeren
Entfernungen braucht man schon mal 50 Liter an Bord.
Als Ersatzteile sollte man unbedingt noch eine Kette, mehrere Kettenschlösser,
gute Reifenheber, eine gute Luftpumpe, 2 Liter Motoröl, Ölfilter,
Reparaturanleitung, Kupplungszug, Zündkerze und ausreichend "Kleinteile"
wie Schrauben, Muttern, Isolierband, Sicherungen, etc. mitnehmen.
Das Werkzeug hängt natürlich vom Motorradmodell ab, ein Multi-Messer
(z.B. Letherman) hat sich für Kleinreparaturen bei uns bestens
bewährt.
Wichtig bei Ersatzteilen und Werkzeug: Hier bekommt man sehr schnell
jede Menge Gewicht aufgepackt wenn man versucht, alles denkbare mitzunehmen.
Nur das notwendige zusammenstellen, jeder Gramm weniger macht die Sache
im Gelände einfacher, Wenn man Reisepartner hat, dann kann man
sich gerade beim Werkzeug die Sache aufteilen!
Je nach dem, was man bereits besitzt, kommen bei Werkzeug, Ersatzteilen
und Reifen gleich mal 400 EUR zusammen.
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Gepäck
/ Ausrüstung
Ein guter Tankrucksack ist Pflicht, sehr gut bewährt haben sich
die Modelle mit Seitentaschen (ca. 80 EUR). Für das hintere Gepäck
würde wir eine große, wasserfeste Gepäckrolle (50 EUR)
nehmen (muss nicht unbedingt von Ortlieb sein) und normale, große
Nylon-Seitentaschen mit Regenhauben (80 EUR). Von Alu-Koffern raten
wir ab, bei Stürzen kann man sich da leicht dran verletzen. Zusätzlich
sollte man noch einen kleinen Rucksack mitnehmen. Sehr wichtig: Ausreichend
Gepäckspanner, auch ein paar größere mit Ratsche!
Für das Wasser empfehlen wir Wassersäcke aus Kunststoff (z.B.
Ortlieb) - teuer, aber sehr praktisch.
Sehr wichtig ist auch ein richtig warmer Schlafsack (150 - 200 EUR).
Im Winter wird es in der Sahara wirklich sau kalt, Wir haben zwar einen
guten Schlafsack, gefroren hat es uns aber trotzdem jedes Mal! Ein zusätzliches
Baumwollinlett (30 - 40 EUR) macht hier wirklich auch Sinn.
Das Zelt muss nicht unbedingt das neueste und teuerste sein, oft schläft
man auch ohne Zelt. Wichtig sind gute Heringe, welche für sehr
harten Boden, je nach Zelt zusätzlich auch die breiten "Sandheringe".
Eine leichte Taschenlampe, Micropur für die Wasserentkeimung, Nähzeug,
und anderes "Kleinzeug" gehören natürlich auch mit
ins Reisegepäck - aber immer dran denken: Gewicht sparen!
Klamotten
Ganz wichtig: Stabile Enduro-Stiefel! Die kosten zwar schon mal 150
EUR, aber die braucht man wirklich unbedingt. Wir wollten auf unserer
ersten Tour auch diese Investition einsparen und mit normaleren, festeren
Schuhen fahren - Gott sei Dank haben wir einen Tag vor der Abreise doch
noch welche gekauft, die waren Gold wert und schützen vor allem
im Gelände auch vor unnötigen Verletzungen! Zusätzlich
solltest man auf jeden Fall noch leichte Sportschuhe mitnehmen.
Als Jacke empfehlen wir eine Enduro-Jacke mit zahlreichen Taschen (ca.
200 EUR). Hi-Tech-Jacken mit atmungsaktiven Stoffen bringens in unseren
Augen nicht und kosten nur unnötig Geld. Gut ist ein Jacke mit
auszippbarer Innen-Steppjacke.
Als Hose braucht man nicht unbedingt eine teure Endurohose. Eine Jeans
würde es grundsätzlich auch tun, eine Lederhose hat sich beim
Thomas bestens bewährt. Wichtig: Keine reinen "Kunststoffhosen"
mit dickem Innenfutter kaufen, da kommt man nur ins Schwitzen. Lieber
eine leichtere Hose und zusätzlich eine lange Baumwollunterhose
mitnehmen!
Handschuhe, Helm und Nierengurt sind natürlich Pflicht. Generell
sollte man so wenig Klamotten wie möglich mitnehmen, waschen kann
man ja unterwegs auch mal, und Dreck gehört zu solch einem Urlaub
einfach auch dazu!
Gesundheitsvorsorge / Medikamente / Verpflegung
Vor dem Urlaub ist ein generelles Gesundheitscheck beim Arzt natürlich
zu empfehlen. Die notwendigen Impfungen wie Tetanus und Hepatitis sind
vorzunehmen bzw. aufzufrischen. Gelbfieber und Malariavorsorge ist in
der Sahara nicht notwendig, außer man will in Richtung Niger /
Westafrika fahren. Natürlich muss man auch eine möglichst
gute Reiseapotheke mitnehmen, Details (auch zu den Impfungen) liest
man am besten in den jeweiligen Reiseführern nach.
Zum Thema Malaria: Wir hatten auf unserer Reise 2001/2002 nach Westafrika
zwar ein Medikament (Malarone) dabei, aber lediglich als "Stand-By"-Mittel,
d.h. man nimmt es nur im Falle eines Ausbruchs zur akuten Bekämpfung
des Fiebers. Aufgrund der starken Nebenwirkungen auf Körper und
Geist würden wir keine Prohpylaxe nehmen, auch ist die tatsächliche
Wirksamkein in unseren Augen doch etwas fragwürdig - das Deutsche
Pharmakartell will halt auch Geld verdienen! Das in Afrika vor allem
sehr viele Kinder an Malaria sterben liegt vor allem auch daran, dass
die Körper aufgrund der Unterernährung und der katastrophalen
Hygienebedingungen schon so geschwächt sind, dass jede größere
"Erkältung" bereits den Tod bringen kann. Als gut vorbereiteter
"Tourist" ist man da um einiges besser dran.
Für das Fernhalten der Mücken in der Dämmerung sind die
richtig harten Mittel wohl am ehesten geeignet, eine verträglichere
und hautschonende Creme hat bei unserer Reise nach Westafrika leider
gar keine Wirkung gezeigt! In manchen Büchern liest man auch, helle
Kleidung würde auf Mücken nicht so anziehend wirken - völliger
Quatsch.
Beim Essen ist es am besten, nur sehr wenig mitzunehmen. Keine Dosen
oder Fertiggerichte. Gemüse, Thunfisch, Nudeln oder Reis kann man
sich auch in kleineren Dörfern in Nordafrika besorgen und daraus
eine leckere, nahrhafte Gemüsesuppe basteln! "Päckchensuppen"
und Suppenwürze kann man gut von Zuhause mitnehmen, die nehmen
nicht viel Platz weg.
Nicht vergessen: Einen robusten Benzinkocher mitnehmen. Die Benzinqualität
ist in Afrika im Normalfall sehr schlecht, deshalb verstopfen die Düsen
des Kochers leider sehr schnell, es heißt also regelmäßig
den Kocher reinigen. Der ehemalige DDR-Benzinkocher "Juwel"
ist in einigen Outdoor--Läden noch zu haben, der verbrennt fast
alles und ist relativ preiswert (40-50 EUR).
Für das Trinkwasser empfehlen wir neben Micropur-Tropfen noch ein
paar Vitamintabletten mitzunehmen, die machen vor allem einen besseren
Geschmack!
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Visas
Informationen dazu findest man am besten auf den Internetseiten des
Auswärtigen
Amtes. Wenn man nach Libyen möchte, benötigst man zusätzlich
eine Übersetzung Des Reisepasses ins Arabische (ca. 40 EUR). Bei
der Einreise nach Libyen ist auch zu beachten, dass da teilweise erhebliche
Kosten an der Grenze anfallen können (früher mussten da schon
mal 100 - 200 Dollar berappt werden, aktuell sind wir da nicht so genau
drüber informiert). Generell ist auf jeden Fall zu empfehlen, alle
notwendigen Visas bereits in Deutschland zu organisieren.
Transfer
Da wir in Bayern wohnen, sind wir immer mit dem Auto und den Motorräder
auf einem Hänger über die Alpen nach Genua gefahren. Von dort
sind wir dann mit der 24h-Fähre nach Tunis übergesetzt. Für
die Fähre musst man pro Person und Motorrad ca. 350 EUR kalkulieren
(gesamt, Hin- und Rückfahrt), aktuelle Infos und auch Buchungsmöglichkeiten
findest man unter www.sncm.de.
Auf der Fähre trifft man übrigens im Normalfall auch andere
Mopedfahrer und kann sich bei Bedarf mit ihnen für die Tour oder
einen Teil davon zusammenschließen, dadurch kann man auch von
den Erfahrungen Anderer profitieren.
Auf unserer Reise nach Westafrika 2001/2002 sind wir von Ghana nach
Deutschland zurück geflogen, die Motorräder haben wir nach
Hamburg verschiffen lassen. Aufgrund der sehr negativen Erfahrungen
mit den dubiosen Geschäftspraktiken im Reederei-Gewerbe würden
wir heute einen Transport des Motorrads per Flugzeug bevorzugen - ist
im Endeffekt auch nicht sehr viel teuer, geht aber wesentlich schneller
(wir hatten unsere Mopeds erst nach 3 Monaten wieder!).
Urlaubskosten
In den Ländern Nordafrikas ist das tägliche Leben vergleichsweise
günstig, vor allem Libyen ist extrem billig. In Westafrika sind
die Lebenshaltungskosten schon wieder höher. Wenn man die Anschaffungskosten
für das Motorrad extra rechnet, aber den Großteil der Ausrüstung
noch braucht, muss man für einen 3-4wöchigen Saharaurlaub
auch bei sparsamer Kalkulation wohl um die 2.500 EUR ausgeben.
Generell sehr wichtig für den "Erfolg" der Reise ist
natürlich eine gute Vorbereitung. Viele gute Informationen findet
man in den verschiedenen Internetforen, z.B. Globetrotter-Forum
oder Sahara-Forum.
Wertvolle Infos bekommt man auch in einschlägigen Outdoor-Geschäften,
dort begegnet man auch häufig anderen "Gleichgesinnten"
(in unserer Region gibt es z.B. den Därr
in München).
Siehe
auch Internet-Links rund um das Thema "Motorradreisen in Afrika"

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