Tiere der Wüste

Das Gift eines Skorpions kann lebensgefährlich sein
Das Kamel kann bis zu 100 l Wasser aufnehmen
Kamele sind mit einer Nahrung zufrieden, über die jeder Esel und jede Ziege die Nase rümpfen würde
Der Nomade betrachtet das Kamel als Glücksbringer; ein Kamelschädel im Zelt, im Haus, am Auto gilt als Talisman
Salzkarawane im Air-Gebirge, Niger - ZUR VERGRÖßERUNG BITTE ANKLICKEN!
(Nachfolgende Informationen Auszüge aus: Algerien, Goldstadtverlag Karl A Schäfer)
Ab in den Sand
Libyen
Tiere der Wüste
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Wüsten-Tierwelt|Das Kamel
 
Wüsten-Tierwelt

Auf unseren Wüstenreisen haben wir nur wenige Tiere entdecken können. Das liegt einfach daran, dass es in der Sahara aufgrund der ungünstigen Lebensbedingungen nur ein gutes halbes Hundert von Tieren gibt, die sich so weit angepasst haben, dass sie überhaupt existieren können. Vor allem in der Nähe von Oasen und in der Sahelzone scheint der Lebensraum für die Tiere einigermaßen "lebenswert" zu sein. In den rießigen Geröll- und Sandflächen der zentralen Sahara findet man über viele tausend Quadratkilometer gar kein Lebewesen mehr, auch keinen Skorpion, nicht mal eine Fliege.

Man findet auch nicht viele Arten, die über die gesamte Sahara verbreitet sind, viele sind an bestimmte geographische Gebiete gebunden. So gehören Gazellen der Sanddünnen, die der Zentralsahara und die der versteppten Randzonen, des Sahel, verschiedene Arten an. DieScorpion - ZUR VERGRÖßERUNG BITTE ANKLICKEN! Antilope, deren Fleisch sehr geschätzt wird, ist argen Verfolgungen ausgesetzt und das Moufflon, das im Gebirge lebt, ist gebietsweise schon ausgerottet. Stärker vertreten sind Nagetiere, wie Hasen, Springmäuse, und zwischen Felsen und Geröll, der Klippschliefer, außerdem gibt es in der Sahara noch zahlreiche Arten von Eidechsen.

Schlangen sieht man tagsüber selten und gefährlich kann, wenn sie erschreckt wird, nur die Hornviper werden, die eine charakteristische, unzusammenhängende Spur im Sand hinterlässt. Barfuß oder mit Sandalen zu laufen ist für Europäer nicht ratsam, da das Gift eines aufgescheuchten Skorpions lebensgefährlich sein kann, wenn nicht sofort ein Gegengift gegeben wird. Zu den Insekten der Wüste zählen u.a. eine Reihe von Käfern, Gottesanbeterinnen, Grillen, Heuschrecken und die unzähligen, lästigen Fliegen.

Schakale und Wüstenfüchse sind die Raubtiere der Sahara. Letztere, Feneks genannt, sind zierliche kleine Kerlchen mit riesigen Ohren. Auch sie werden oft in Oasen zum Kauf angeboten. Die Haustiere der Nomaden sind das Kamel und der Esel.

Es ist verständlich, dass der Lebensrhythmus der Wüstentiere ein anderer ist, als der von Artgenossen feuchter und kühlerer Regionen. Sie gehen abend, nachts und morgens auf Nahrungssuche und entziehen sich während der Tagesstunden der sengenden Hitze. Manche Nagetiere halten einen Sommerschlaf und verschiedene Tierarten brauchen nie zu trinken, wenn ihnen ihre Nahrung genügend Wasser bietet, wie z.B. die Gazelle und der Fenek. Sie sind außerdem fähig, ihre Nahrung chemisch in Wasser umzusetzen, müssen dafür aber ungeheuer viel fressen, da sie 80% der Nahrung nur das Wasser entziehen und unverdaut ausscheiden. Dieser Umstand macht Heuschreckenschwärme so gefährlich.

Das Kamel

Der Araber glaubt, dass Allah, nachdem er die Wüste erschaffen hatte, sofort einen Irrtum einsah und inSchlange - ZUR VERGRÖßERUNG BITTE ANKLICKEN! aller Eile das Kamel erfand.

Es gibt - abgesehen von den ebenfalls zu dieser Tiergattung zählenden Lamas - zweierlei Arten von Kamelen: das zweihöckerige Trampeltier in Zentralasien und das einhöckerige Dromedar in Westasien und in Afrika. Als Lastkamel trägt das stärkere Trampeltier weit mehr als das einhöckerige Dromedar. Zum Reiten verwendet man die leichteren, schlanken Kamele. Es gibt kein Nutztier, das sich den Lebensbedingungen der Wüste so angepasst hat, wie das Kamel. Es kann ebenso Kälte vertragen wie Hitze, im Sandsturm schließt es die Nasenöffnungen der langen Schnauze und bedeckt mit seinen überlangen Wimpern die Augen. Die Tiere sind mit einer Nahrung zufrieden, über die jeder Esel und jede Ziege die Nase rümpfen würde. Sie brauchen nur eine bestimmte Menge Salz in der Nahrung und gedeihen am besten, wenn sie auf salzhaltigen Böden wachsende Pflanzen finden. Ansonsten fressen sie alles, so hart und trocken es auch sei, sogar die häufig vorkommenden Thalasträucher, eine Mimosenart mit winzig grünen Blättern und furchtbaren weißen Dornen, die wie Nähnadeln lang sind und von Tuaregfrauen auch als solche benützt werden.

Das Kamel hält es unter Umständen eine Woche ohne Wasser und ohne Futter aus. Die oft gehörte Behauptung, der Höcker des Kamels enthalte Wasser, ist falsch; jedoch können Kamele in Notzeiten das Wasser, das der Körper braucht, aus den Geweben nehmen und der Abbau des im Höcker gespeicherten Fetts bringt ebenfalls viel Wasser. Der Fettvorrat des Höckers, der in der Zeit des Überflusses gebildet wird, kann 9-13 kg, bei Trampeltieren noch mehr, wiegen und der Abbau von 1 kg Fett ergibt 1 l Wasser. Um seine Körpertemperatur abzukühlen, darf das Tier nur sehr wenig Wasser verbrauchen, es schwitzt daher kaum, lässt nur wenig, aber konzentrierten Harn und atmet in langen Zügen. Es verträgt einen Wasserverlust von 30% seines Gewichts; die Hälfte davon würde für andere Säugetiere und den Menschen den Tod durch Hitzeschlag bedeuten. Seine Körpertemperatur kann ohne Schaden bis zu 9 Grad ansteigen. Bekommt das Kamel nach Tagen des Dürstens wieder zu trinken, so kann es unter Umständen bis zu 100 l Wasser aufnehmen, das Wasser verteilt sich sofort wieder in alle Körpergewebe. Der Buckel wird wieder langsam rund und voll, sobald das Tier genug zu fressen bekommt. Findet es etwas Grünfutter, kann es erstaunlich lange ohne Wasser auskommen. Die Tuareg kennen alle einzelnen Gräser: die, die den Stuten Milch geben, die den Höcker fett machen, die man nicht fressel lassen soll, weil sie Durst machen, und die dürren ohne Saft, die aber in Notzeiten über den Hunger hinwegtäuschen. Übrigens haben Kamele in der Wüste einen Instinkt, der sie von selbst in Richtungen weist, wo es Gras oder Wasser gibt.

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Das Kamel kann mit seinen breiten, lederigen Fußballen gut sowohl auf hartem, rutschigem Gestein, als auch auf weichem, fließendem Sand gehen und man soll es in schwierigem Gelände nicht zu führen versuchen. Kamele sind nicht dumm, aber sehr eigensinnig. Die Nomaden lenken sie mit den Zehen des Fußes und, wenn sie widerspenstig während eines Ritts zu fressen anfangen wollen, reiben ihnen die Tuareg das Maul mit dem Saft von Blättern übelriechender Oleanderbüsche ein. Um zu verhindern, dass sie beim Weiden weglaufen, werden die Vorderbeine gefesselt oder ein Bein an den Oberschenkel hochgebunden, wobei dDromedar beim Säugen eines Kleinen - ZUR VERGRÖßERUNG BITTE ANKLICKEN!as Tier sich dann noch zu Boden legen kann.

Die Gangart der Kamele unterscheidet sich von der der meisten anderen Tiere: sie sind Passgänger, d.h. es werden immer Vorder- und Hinterbeine einer Seite zugleich bewegt, was man sonst nur noch an Giraffen kennt und worauf man Pferde eigens dressieren muss. Dies führt zu einem Schaukelgang, der bei einem des Kamelreitens ungewohnten Touristen eine Art Seekrankheit hervorrufen kann.

Kamelweibchen bringen immer nur ein Junges zur Welt, das in einem Karawanenzug in einem Korb aus Zweigen und Riemen, dem "Bassour", mitgetragen wird und nach einer Woche selbst mitläuft. Kamele können bis zu 25 Jahre alt werden.

Im Wildzustand gibt es kaum mehr Kamele, sie sind Haustiere, aber nicht in der Art wie Hund oder Pferd, die man als Freunde des Menschen bezeichnet. Kamele haben keine liebenswerten Eigenschaften, sie sind mürrisch, störrisch, hinterhältig und beleidigt und zeigen keinerlei Zuneigung zu ihrem Herrn. Dagegen sind sie Herdentiere und brauchen Geselligkeit. Fühlen sie sich einsam, so werden sie noch widerspenstiger, fressen nicht, legen sich auf den Boden und können dabei sogar eingehen.

Das Kamel ist dem Nomaden unersetzlich. Es trägt Lasten; noch heute sind Salzkarawanen vom Hoggar nach dem Sudan unterwegs und es gibt Oasen, die nur mit dem Kamel zugänglich sind. Außerdem sind Transporte langlebiger Güter mit Kamelen billiger als Lastwagen. Für Pferde gibt es in der Wüste keine Nahrung, daher dient das Kamel als Reittier, sogar zum Pflügen wird es eingespannt. Früher wurden wichtige Dinge in Kamelen bezahlt: so musste bei den Tuareg für eine adelige Braut der Preis von 6-7 Kamelen entrichtet werden und das Ansehen des Stammes richtete sich nach der Zahl der Kamele.

Aus dem Haar der Kamele, vor allem den weichen Bauchhaaren, entstehen Decken und Tücher, der Burnus der Araber, Wollstreifen für Zelte und Säcke; aus ihrem Leder werden Sandalen, Ledersäcke zum Aufbewahren von Kleidern und auch von Milch angefertigt; das Fleisch ernährt die Menschen, wenn auch die wertvollen Tiere selten geschlachtet werden - bei manchen Stämmen ist dies überhaupt verboten - , jedoch gibt es besondere Anlässe, zu denen ein Kamelfüllen in Asche gebraten wird. Die Milch des Kamels ist gesund, Kamelstuten geben täglich 3-5 l davon, die man auch verbuttert. Zur Anfertigung von Käse eignet sie sich nicht. Schließlich kann man auch noch den Mist verfeuern, wenn auch nicht beim Kochen, und der Harn wird gar noch als Haarwasser gegen Ungeziefer verwendet.

Der Nomade betrachtet das Kamel als Glücksbringer; ein Kamelschädel im Zelt, im Haus, am Auto gilt als Talisman. So ist es kein Wunder, dass der Araber und der Targi es als die wertvollste Gabe des Himmels verehren und behaupten, Allah habe hunderte Namen, nur der weiseste Koranlehrer kenne 99 davon, den hundertsten kennt nur das Kamel.

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