Libyen - ein Traum im Sand

Fläche: 1 757 000 qkm, Libyen gehört zu den größten Ländern Afrikas
Einwohner: 5,4 Millionen
95 Prozent des Landes sind Sand-, Kies- und Steinwüste
Regime Muammar al-Gaddhafi


(Karte und nachfolgende Informationen Auszüge aus: Microsoft® Encarta®©.Alle Rechte vorbehalten)
Ab in den Sand
Libyen
Tiere der Wüste
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Einleitung|Bevölkerung|Physische Geographie|Klima|Flora und Fauna|Wichtige Städte|Sprache und Religion|Soziales|Verwaltung und Politik|Wirtschaft|Währung und Bankwesen
 
Einleitung
Libyen (Große Sozialistische Libysch-Arabische Volksrepublik), Staat in Nordafrika mit den Hauptlandschaften Tripolitanien, Cyrenaika und Fezzan. Libyen grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Osten an Ägypten, im Südosten an die Republik Sudan, im Süden an die Republiken Tschad und Niger, im Westen an Algerien und im Nordwesten an Tunesien. Mit einer Fläche von 1 757 000 Quadratkilometern gehört Libyen zu den größten Ländern Afrikas. Hauptstadt des Landes ist Tripolis.
Bevölkerung
Die Einwohnerzahl Libyens beträgt rund 5,4 Millionen (2002). Die in traditionellen Gemeinschaften lebenden Berber haben einen Anteil von 25 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Araber und arabisierte Berber sind in ihrer Lebensform und Sprache kaum voneinander zu unterscheiden und stellen 64 Prozent. Außerdem leben in Libyen Staatsangehörige anderer arabischer Länder sowie Europäer (vor allem Italiener) und Asiaten, die vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen hier sind. Der Verstädterungsgrad ist mit 88 Prozent sehr hoch. Die Bevölkerungsdichte liegt landesweit bei nur 3,1 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung ist jedoch sehr ungleichmäßig verteilt; etwa 90 Prozent der Einwohner leben in der Küstenregion. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 2,4 Prozent.
Physiche Geographie
Libyen erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer im Norden und der zentralen Sahara im Süden. Etwa 95 Prozent des Landes sind Sand-, Kies- und Steinwüste. Tripolitanien im Nordwesten umfasst neben dem Küstentiefland auch eine Schichtstufenlandschaft mit dem Djebel Nefusa. Diese fällt nach Süden steil ab und leitet über zur Wüstenregion des Fezzan.
Der mittlere Küstenabschnitt umfasst das Tiefland an der Großen Syrte, in dessen Hinterland sich bis rund 1 200 Meter hohe vulkanische Gebirgsmassive erheben. Im Nordosten Libyens befindet sich die Cyrenaika mit dem steil zum Meer abfallenden 876 Meter hohen Djebel el Akhdar. Südlich dieses Gebirgszuges erstrecken sich die Sanddünengebiete der Libyschen Wüste. Im Süden, an der Grenze zum Tschad, greifen die Ausläufer des Tibesti auf libysches Gebiet über. Hier befindet sich auch mit dem 2 286 Meter hohen Bette die höchste Erhebung des Landes.
Klima
Kennzeichen der klimatischen Verhältnisse in Libyen sind extreme Hitze und Trockenheit. In den Wüsten- und Halbwüstenregionen fallen nur episodische Niederschläge. Die Maximaltemperaturen übersteigen 55 °C. In El-Asisija wurde im August 1923 mit 57,3 °C die höchste jemals auf der Erde gemessene Temperatur ermittelt. Im Küstengebiet herrscht mediterranes Klima mit Winterregen. Hier werden bei mittleren Monatstemperaturen von 11 °C im Januar und 32 °C im Juli bis 600 Millimeter Jahresniederschlag erreicht, der Landesdurchschnitt liegt bei 380 Millimetern.
Um das Problem der Wasserknappheit zu entschärfen, hat Libyen eine Vielzahl von großen Bewässerungsprojekten durchgeführt. Zu diesen Projekten gehört auch der „Große künstliche Fluss”, eine riesige Wasserpipeline, von der große Teilabschnitte bereits in Betrieb sind. Im Rahmen des Projekts werden die Grundwasser leitenden Gesteinsschichten der Oasen Sarir, Sabhah und Kufra angezapft. Das Wasser wird dann über die Pipeline in die libyschen Städte und Agrarregionen entlang der Mittelmeerküste transportiert. Nach Fertigstellung sollen durch den „Großen künstlichen Fluss” täglich fünf Millionen Kubikmeter Wasser gepumpt werden; allerdings stammen diese Wassermengen aus nicht erneuerbaren fossilen Reserven.
Flora und Fauna
Weite Teile Libyens sind vegetationslos oder tragen nur eine spärliche Pflanzendecke. Im mediterranen Bereich gibt es eine schmale Steppenzone. In den verstreut liegenden Oasen wachsen Dattelpalmen sowie Oliven- und Orangenbäume; in höheren Lagen gedeihen auch Wacholder- und Mastixsträucher. Die Säugetierfauna umfasst u. a. Streifenhyänen, Fenneks, Sandfüchse, Falbkatzen (die Stammform unserer Hauskatzen), Gazellen und Wüstenspringmäuse. Zur Avifauna gehören Bienenfresser, Wiedehopf, Kragentrappe, Triel, Sand- und Spießflughuhn, Palmtaube und Rothals-Ziegenmelker.
Wichtige Städte
Die Hafenstädte Tripolis (1,68 Millionen Einwohner) und Bengasi (804 000) sind die beiden größten Städte. Weitere wichtige Städte sind Az Zawiya (220 000), Misurata (178 000), Homs (150 000), Gharyan (117 000) und Darnah (105 000).
Sprache und Religion
Die Amtssprache ist Arabisch. Daneben sind Berbersprachen verbreitet. Als Handelssprachen finden Englisch und Italienisch Anwendung. Der Islam ist Staatsreligion; etwa 97 Prozent der Libyer gehören der muslimischen Glaubensgruppe der Sunniten an. Daneben gibt es eine kleine katholische Minderheit.
Soziales
Libyen zählt zu den wirtschaftlich potentesten und wohlhabendsten Ländern des afrikanischen Kontinents. Es besteht ein Sozialversicherungssystem, zudem kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Die Arbeitslosenquote beträgt 30 Prozent. Auf einen Arzt kommen 1 146 Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 28 Sterbefälle pro 1 000 Lebendgeburten. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 75,9 Jahre (Männer 73,7 Jahre, Frauen 78,1 Jahre).
Verwaltung und Politik
Libyen ist gemäß der Verfassung von 1977 eine Islamisch-Sozialistische Volksrepublik. Staatsoberhaupt ist der vom Allgemeinen Volkskongress gewählte Revolutionsführer. Dieser Volkskongress hat etwa 2 700 Mitglieder, wird von einem Generalsekretär geleitet und ist oberstes Organ der Legislative. Die Regierungsmacht liegt beim Staatsoberhaupt und den 16 Mitgliedern des Allgemeinen Volkskomitees. Es gibt in Libyen keine Parteien.
Zivil-, Straf- und Handelsrecht in Libyen sind an das ägyptische Modell angelehnt. Seit 1979 obliegt das Rechtswesen dem Volkskongress für Justiz. Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof. Daneben gibt es Appellationsgerichte, Gerichtshöfe erster Instanz und Schnellgerichte. Seit 1994 basiert das Rechtssystem auf der islamischen Scharia.
Wirtschaft
Hauptstütze der Wirtschaft Libyens ist das Erdölgeschäft. Seit der Entdeckung großer Erdölvorkommen 1958 und Beginn der Förderung 1959 hat sich Libyen zu einem der wichtigsten Erdölexporteure der Welt entwickelt. Nach Nigeria ist das OPEC-Mitglied der zweitgrößte Exporteur Afrikas. Allerdings leidet die Wirtschaft unter dem 1992 verhängten Luftverkehrs- und Waffenembargo seitens der UN, das u. a. auch die Lieferung von Ausrüstungen und Ersatzteilen für Libyens Erdölindustrie untersagt. Das Embargo stand in Verbindung mit dem Flugzeugabsturz von Lockerbie 1988, der durch ein Bombenattentat ausgelöst wurde. In diesem Zusammenhang verdächtigte man zwei libysche Staatsbürger, deren Auslieferung die libysche Regierung lange Zeit verweigerte. Die Verdächtigen – nach britischer und amerikanischer Ansicht Mitarbeiter des libyschen Geheimdienstes – wurden schließlich im Frühjahr 1999 ausgeliefert, und die UN setzten die Sanktionen ab dem 5. April 1999 aus. Jedoch hielten die USA ihre Sanktionsmaßnahmen gegen Libyen aufrecht.
Währung und Bankwesen
Währungseinheit ist der Libysche Dinar zu 1 000 Dirham. Als Notenbank fungiert die Libysche Zentralbank (1955), der auch die Kontrolle des Bankwesens und der Kreditvergabe obliegt. 1972 wurde die Libysch-Arabische Auslandsbank gegründet, um Auslandsinvestitionen abwickeln zu können.
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