Routenbeschreibung Motorradreise "Algerien 1995"

Auf ins Abenteuer|Algerien| Die Sahara|Reiseroute (Landkarte)|Reiseroute (Beschreibung)|Wieder zu Hause (Resümee)|Fotogalerie (29 Fotos)


Genua
Im Februar 1995 nutzten wir unsere Semesterferien für den ersten richtigen Abenteuerurlaub in Afrika. Unser Freund Michi fuhr uns mit den beiden Motorräder auf dem Anhänger über den St. Bernadino nach Genua. Dort besorgten wir uns Karten für die 24h-Fähre nach Tunis.
Tunis
Endlich angekommen in Afrika übermannte uns erst mal das für Europäer undurchschaubare Chaos. Die verwirrenden Zolldokumente, welche bereits auf dem Schiff ausgefüllt werden mussten, werden in willkürlicher Reihenfolge an verschiedenen Stellen eingesammelt. Mit dem Motorrad kam man noch einigermaßen aus dem Wirrwarr heraus. Aber wir waren in Afrika. Was will man mehr.
El Qued Nach problemlosen Grenzübertritt fuhren wir bis El Qued um unsere erste Nacht in den Dünen des Grand Erg Oriental zu verbringen. Phänomenal. Sand, Sternenhimmel, Kälte.
Hassi-Messaoud Über Asphalt mit unterschiedlicher Qualität, manchmal so schlecht, dass man Nachts nicht fahren sollte um nicht in einem Loch zu verschwinden, erreichten wir die algerische Erdölmetropole. Nicht schön, aber mal was anderes.
Bordj Omar Driss Das ehemalige französische Fort macht keinen besonders einladenenden Eindruck. Wir versorgten uns mit Wasser und Brot, Benzin gibt´s hier nicht, dies musste 50 km zuvor in Hassi Bel Guebbour getankt werden.
"Gräberpiste" Wir machten uns auf den Weg zum Einstieg in die Gräberpiste. Der Abzweig von der Amguide-Piste fanden wir nicht auf Anhieb. Da wir ohne GPS lediglich mit Kompass und Karte navigieren konnten, mussten wir schon bald einsehen, dass wir die Orientierung verloren hatten. Nach zahlreichen, teilweise schweren Stürzen (Georg überschlug sich mit dem Motorrad bei der Überquerung einer Sanddüne) brachen wir das Unternehmen "Gräberpiste" ab. Unseren eigenen Spuren folgend fuhren wir aus den Dünen heraus und kehrten nach Bordj Omar Driss zurück. Wir wählten nun die Asphaltvariante nach Illizi.
Illizi Wir fanden in der Jugendherberge eine äußerst ungewöhnliche Unterkunft. Hier waren keine Touristen (es gab sowieso keine) sondern Einheimische, die hier wohnten. Für ein geringes Entgeld konnten wir mit ihnen essen - leider nur Nachts, da gerade Ramadan war. Die Jungs ließen es sich auch nicht nehmen, die komplette Nacht Tischtennis zu spielen, was sich negativ auf unsere Schlafbedürfnisse auswirkte.
Djanet Richtung Djanet wurde es dann wieder richtig anspruchsvoll. Es ging durch den Nationalpark Tassili n´Ajjier, im wahrsten Sinne, über Stock und Stein. Nach Fort Gardel erlebten wir eine Wellblechpiste der übelsten Sorte. Der Stoßdämpfer der BMW erlebte hier einen quallvollen Tod. In Djanet angekommen gönnten wir uns eine knappe Woche Pause, um die Maschinen und uns wieder herzurichten. Das Vorhaben der Weiterreise nach Tamanrasset hakten wir ab, da außer uns keine Reisenden unterwegs waren und wir nicht nochmals ein Desaster ähnlich der Gräberpiste erleben wollten.
Deb-Deb Nachdem wir Illizi wieder erreichten ging es auf der Teerstraße wieder Richtung Tunesien.
El Qued Über El Qued erreichten wir Tozeur, daß das Ende des algerischen Abenteuers bedeutete.
Djerba Da wir schon einiges über Djerba hörten und wir noch Zeit bis zur Überfahrt hatten, beschlossen wir dorthin einen Abstecher zu machen. Diese Insel stand allerdings im völligen Gegensatz zu unserer bisherigen Reise. Komfortable Hotels, Touristen in rauher Menge, dafür aber keine Einheimischen und das allerbeste - es gab Animateure. Würg. Aus dem geplanten 3 Tagen Aufenthalt wurde 1 Nacht.
Tunis In Tunis übernachteten wir in dem malerischen Vorort Sidi Bou Said mit Blick auf das Meer. Wir schafften es uns in der Altstadt von Tunis allerhand "Scheißendreck" andrehen zu lassen. Dem obligatorischen Teppichhändler sind wir allerdings ohne Teppich-Kauf entronnen. Die Ruinen von Karthago sind tatsächlich welche, mehr aber auch nicht.
Genua Zurück in Europa überraschte uns Italien mit 19°C und Sonnenschein, und das Anfang März.
Landsberg (McDonalds) Die milden Temperaturen beflügelten uns, gleich nonstop mit den Motorrädern gen Deutschland zu fahren. Leider war es ab dem San Bernadino - Pass vorbei mit mild, Temperaturen um die 12°C unter Null waren nun unser Begleiter. Am letzten "Mac" in Landsberg am Lech - wir haben alle auf der Strecke Mailand-Augsburg "getestet" - konnten wir den Kaffee kaum noch trinken da wir vor Zittern so ziemlich alles verschütteten. Von den dort anwesenden nächtlichen Partygängern wurden wir in unseren verdreckten Motorradklamotten außerdem wie Außerirdische begutachtet. Eine knappe Stunde waren wir dann endlich wieder zu Hause und konnten unsere Finger "enteisen".

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