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Abenteuer
pur - Schwierigkeiten der Pisten unterschätzt - Teilweise schlecht
vorbereitet - Großer Erfahrungsgewinn - Beeindruckt von der Einsamkeit
der Wüste
Im Rückblick
einige Jahre später erscheint uns die damalige Motorradreise nach
Algerien naturgemäß um einiges schöner als wir sie damals
unmittelbar nach der Rückkehr nach Deutschland tatsächlich
empfunden haben. Wir waren einfach "Greenhorns" im Feld der
Wüstenreisenden und mussten uns deshalb diese Hörner erst
abstoßen und unsere Erfahrungen (positive wie negative) machen.
Als sehr schwierig stellte sich damals die instabile politische Situation
und die damit verbundene schlechte Versorgungslage dar. Die
Vielzahl der islamischen Terroranschläge vor allem im Norden des
Landes hinterließ natürlich auch in den von uns besuchten
Saharagebieten ihre Spuren - während der drei Wochen Aufenthalt
in Algerien trafen wir keinen einzigen Wüstenreisenden, mir passierten
eine Militärkontolle nach der anderen, und zu Essen gab's häufig
einfach nur Weißbrot und Datteln!
Da wir
zum ersten Mal mit dem Motorrad in der Sahara waren, hatten wir erhebliche
Probleme mit dem Fahren im Sand und auf den teilweise sehr schwierigen
Geröllpisten. Um frei vom Zwang einer organisierten Reisegruppe
mit Begleitfahrzeug zu sein, enschieden wir uns ja für einen Afrikabesuch
ganz "auf eigene Faust" (würden wir auch nie anders wollen).
Deshalb hatten wir natürlich sehr viel Gepäck "an Bord",
wir nahmen aufgrund fehlender Erfahrungen auch um einiges mehr mit,
als man auf solch einer Abenteuertour tatsächlich mitnehemen sollte.
Bezüglich der Navigation in der Sahara verließen wir uns
auf französiche Militärkarten und Kompass, ein GPS-Gerät
konnten wir uns damals noch nicht leisten.
Folglich
mussten wir doch eine Vielzahl von Stürzen hin nehmen, vor allem
auf der berühmten "Gräberpiste" waren wir nach einer
Irrfahrt in den Sanddünen und einem Überschlag mit Motorrad
von Georg körperlich und vor allem nervlich total am Ende. Wir
hatten wahnsinnig viel Glück, dass wir damals einigermaßen
heil aus der Sache herauskamen, mit den heutigen Erfahrungen können
wir im Nachhinein darüber nur Lachen.
Ein tolles
Gefühl hinterließ bei uns beiden die unglaubliche Einsamkeit
und Weite der Sahara. Diese totale Stille wirkt einfach faszinierend
und entspannend, und wer im Schlafsack liegend den klaren Sternenhimmel
der Sahara betrachten darf, verspürt Glück und Zufriedenheit.
Beeindruckend
war trotz der ärmlichen und kargen Lebensumstände der Stolz
und die Lebensweise der Bewohner in den wenigen Dörfern und Oasen
der Wüste - vor allem in Djanet, als wir einige Male am abendlichen
Ramadan-Mahl einer Arbeitergruppen teilnehmen durften, fühlten
wir uns als Gäste Algeriens sehr freundlich aufgenommen.
Auch auf
der Rückfahrt vom Hafen Genua zu unserem Wohnort Friedberg (Bayern)
Anfang März mussten wir nochmals unserer Unerfahrenheit Tribut
zollen - bei Minus 13 Grad und Schneetreiben, Stollenreifen und leichter
"Afrika"-Kleidung macht die Fahrt über die Alpen doch
etwas wenig Spaß!
Zuhause
waren wir uns nicht sofort klar darüber, ob wir eine derartige
Motorradtour mal wieder unternehmen sollten. Nachdem aber unsere Dias
entwickelt waren und mit der Zeit unsere negativen Erlebnisse von den
positiven Erinnerungen klar überflügelt wurden, packte uns
wieder das Abenteuerfieber.
Irgendwann
kaufte Thomas dann einen Libyen-Reiseführer...
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