Wieder zu Hause - Resümee unserer Reise "Algerien 1995"

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Abenteuer pur - Schwierigkeiten der Pisten unterschätzt - Teilweise schlecht vorbereitet - Großer Erfahrungsgewinn - Beeindruckt von der Einsamkeit der Wüste

Im Rückblick einige Jahre später erscheint uns die damalige Motorradreise nach Algerien naturgemäß um einiges schöner als wir sie damals unmittelbar nach der Rückkehr nach Deutschland tatsächlich empfunden haben. Wir waren einfach "Greenhorns" im Feld der Wüstenreisenden und mussten uns deshalb diese Hörner erst abstoßen und unsere Erfahrungen (positive wie negative) machen.

Als sehr schwierig stellte sich damals die instabile politische Situation und die damit verbundene schlechte Versorgungslage dar. Thomas mit Vollgas durch den Weichsand - ZUR VERGRÖßERUNG BITTE ANKLICKEN!Die Vielzahl der islamischen Terroranschläge vor allem im Norden des Landes hinterließ natürlich auch in den von uns besuchten Saharagebieten ihre Spuren - während der drei Wochen Aufenthalt in Algerien trafen wir keinen einzigen Wüstenreisenden, mir passierten eine Militärkontolle nach der anderen, und zu Essen gab's häufig einfach nur Weißbrot und Datteln!

Da wir zum ersten Mal mit dem Motorrad in der Sahara waren, hatten wir erhebliche Probleme mit dem Fahren im Sand und auf den teilweise sehr schwierigen Geröllpisten. Um frei vom Zwang einer organisierten Reisegruppe mit Begleitfahrzeug zu sein, enschieden wir uns ja für einen Afrikabesuch ganz "auf eigene Faust" (würden wir auch nie anders wollen). Deshalb hatten wir natürlich sehr viel Gepäck "an Bord", wir nahmen aufgrund fehlender Erfahrungen auch um einiges mehr mit, als man auf solch einer Abenteuertour tatsächlich mitnehemen sollte. Bezüglich der Navigation in der Sahara verließen wir uns auf französiche Militärkarten und Kompass, ein GPS-Gerät konnten wir uns damals noch nicht leisten.

Folglich mussten wir doch eine Vielzahl von Stürzen hin nehmen, vor allem auf der berühmten "Gräberpiste" waren wir nach einer Irrfahrt in den Sanddünen und einem Überschlag mit Motorrad von Georg körperlich und vor allem nervlich total am Ende. Georg total fertig nach einem Sturz - ZUR VERGRÖßERUNG BITTE ANKLICKEN!Wir hatten wahnsinnig viel Glück, dass wir damals einigermaßen heil aus der Sache herauskamen, mit den heutigen Erfahrungen können wir im Nachhinein darüber nur Lachen.

Ein tolles Gefühl hinterließ bei uns beiden die unglaubliche Einsamkeit und Weite der Sahara. Diese totale Stille wirkt einfach faszinierend und entspannend, und wer im Schlafsack liegend den klaren Sternenhimmel der Sahara betrachten darf, verspürt Glück und Zufriedenheit.

Beeindruckend war trotz der ärmlichen und kargen Lebensumstände der Stolz und die Lebensweise der Bewohner in den wenigen Dörfern und Oasen der Wüste - vor allem in Djanet, als wir einige Male am abendlichen Ramadan-Mahl einer Arbeitergruppen teilnehmen durften, fühlten wir uns als Gäste Algeriens sehr freundlich aufgenommen.

Auch auf der Rückfahrt vom Hafen Genua zu unserem Wohnort Friedberg (Bayern) Anfang März mussten wir nochmals unserer Unerfahrenheit Tribut zollen - bei Minus 13 Grad und Schneetreiben, Stollenreifen und leichter "Afrika"-Kleidung macht die Fahrt über die Alpen doch etwas wenig Spaß!

Zuhause waren wir uns nicht sofort klar darüber, ob wir eine derartige Motorradtour mal wieder unternehmen sollten. Nachdem aber unsere Dias entwickelt waren und mit der Zeit unsere negativen Erlebnisse von den positiven Erinnerungen klar überflügelt wurden, packte uns wieder das Abenteuerfieber.

Irgendwann kaufte Thomas dann einen Libyen-Reiseführer...

Hier geht's zu den Infos über unsere Motorradreise "Libyen 1997/1998"